Elfriede Christiansen (1930 - 2006)

Elfriede Christiansen wurde am 4. Juni 1930 als Tochter von Wilhelm (Willi) Christiansen und seiner Ehefrau Mathilde, geb. Grützig, in Flensburg geboren. Sie hatte zwei Schwestern, Eva Maria, 1928, und Inge, 1932, dazu noch einen Bruder, Wilhelm, der 1937 geboren wurde und 1946 durch einen tragischen Unfall starb. Die Familie wohnte damals in der Glücksburger Straße. Die Zeit um 1930 war keine leichte Zeit, der Vater war Klempnergeselle und wurde arbeitslos. Deshalb musste die Familie zu den Großeltern ziehen. 

Elfriede durfte als einzige die Mittelschule besuchen; darauf war sie ihr Leben lang stolz. Nach der Mittleren Reife ging sie ein Jahr zur höheren Handelsschule, und hat sich dann im Institut Sembner zur Fremdsprachenkorrespondentin ausgebildet.

2½ Jahre arbeitete sie in England in einem Krankenhaus, bevor sie 1949 nach Deutschland zurückkehrte. Elfriede zeigte sich bei ihrer Rückkehr sehr verändert. Sie hat sich nie über Erfahrungen, die diese Veränderung hervorgerufen hatte, mit der Familie unterhalten.

 

Über Eva, die ältere Schwester, lernte sie ihren ersten Ehemann, Robert Markus Hansen, kennen. Sie heirateten im Mai 1952 und im Herbst wurde ihr Sohn Holger geboren. Die Familie lebte im Adelbykamp bei Elfriedes Vater. Die Lebensumstände waren nicht sehr harmonisch, und die Ehe der Eltern hielt nicht. 1964 war die Scheidung.

 

Elfriede lernte dann Hans-Peter Petersen kennen. Im Herbst 1965 war die Hochzeit auf dem Bauernhof in Dollerup. Kurz nach Neujahr kam ihre Tochter Heidi zur Welt.

Es war eine unstetige Zeit mit Umzügen, zuerst nach Unewatt, dann lebten sie in Terkelstoft, Dollerup und Nordballig - immer irgendwo auf dem Land, obwohl es Elfriede in die Stadt zog.

Glücklich schien Elfriede in der neuen Familienkonstellation auch nicht. Immer wieder hatte sie Krankheiten mit unklarem Befund. Sie hatte wenig Interesse etwas Schönes zu unternehmen. Und Elfriede war auch nicht in der Lage den Kindern Liebe, Geborgenheit und Bestätigung zu vermitteln.

Nur Bücher lesen, das tat Elfriede gerne.

Niemand weiß, was in ihr vor sich ging - warum sie den Menschen um sich herum so wenig geben konnte - warum sie nicht mehr aus ihren Möglichkeiten gemacht hat.  Man kann sagen, dass ihr Gemütszustand wie eine Depression wirkte. Ihren inneren Frieden scheint sie nicht gefunden zu haben. Hans-Peter starb am 31. August 1978 an Lungenkrebs, und Elfriede war Witwe.

 

1981 lernte Elfriede, über eine Freundin, Klaus Höppner kennen. Sie wurden ein Paar. Zwar sah ihr gemeinsames Leben eher bescheiden aus, das Geld war knap und sie haben wenig unternommen. Doch in dieser Lebensgemeinschaft haben Elfriede und Klaus sich gegenseitig Geborgenheit und Liebe geschenkt. Sie konnten sich in schweren Zeiten völlig aufeinander verlassen, z.B. wenn einer Krank wurde, war der andere da. Als Klaus im Krankenhaus war, hat Elfriede ihn jeden Tag besucht. Klaus hat an Elfriede ganz andere Seiten kennen gelernt. Sie haben Höhen und Tiefen miteinander durchgestanden - 25 Jahre lang.

Zum Schluss war es eine schwere Zeit - Elfriede erlitt im Februar 2006 einen Schlaganfall; zu Hause erholte sie sich zwar recht gut, doch war sie auf pflegerische Hilfe angewiesen.

Unerwartet entschlief Elfriede friedlich in der Nacht zum 2. November 2007.

 

Frau Pastorin Ingeborg Dietz, die die Traueransprache hielt, richtete auch folgende Worte an die Familie:

"Abschied nehmen bedeutet loslassen. Auch das Loslassen von alten Verletzungen und negativen Gefühlen, das Loslassen von Enttäuschungen oder Groll. Denn wenn wir die Vergangenheit nicht loslassen, wird sie immer weiter wirken und unser Leben in der Gegenwart bestimmen. Nur wer Frieden mit seiner Vergangenheit schließen kann, findet inneren Frieden auch in der Gegenwart.

In der Bibel ist immer wieder davon die Rede, wie wichtig Vergebung ist - sich selbst und anderen zu vergeben. … Wir brauchen Vergebung um unserer selbst willen - um mit dem eigenen Leben, den anderen Menschen und letztlich mit Gott Frieden zu finden.

'Friede hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht einen Frieden, wie die Welt gibt, gebe ich euch. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht. - Johannes Evangelium’

'Der Frieden, den Gott schenkt, ist anders als das, was wir uns vorstellen, er ist größer, höher als all unsere Vernunft. - Brief an die Philipper’

Während der Verstand erklärt und aufrechnet, erfüllt der Friede Gottes das Herz und schenkt Zufriedenheit und innere Ruhe. Während der Verstand auf all das schaut, was fehlt, wo wir Mangel erlitten haben, da erfährt das Herz die Fülle der Liebe Gottes, die immer da ist.….

Diese Liebe gilt uns allen. Sie gilt auch Elfriede Petersen.”

Gott schenke uns allen die Kraft diese Liebe, diesen Frieden zu suchen und den Willen beides für sich in Anspruch zu nehmen.

         

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